Golfclub in Solingen - „Wenn das Volk kein Brot hat, soll es doch Kuchen essen..."

In Zeiten der Wirtschaftskrise und in Zeiten überschuldeter Haushalte wächst die Gruppe
der Solingerinnen und Solinger, die jeden Cent zwei Mal umdrehen müssen und die sich
viele Sport- und Freizeitangebote schon längst nicht mehr leisten können.
Schön, dass es in Solingen noch eine Partei gibt, die sich angesichts der existierenden
Krisenzeiten und der finanziellen Schieflage der Stadt noch an Prestige-Objekte klammert.

Ein Golfclub sollte es nach Meinung der CDU zunächst sein, der Solingens Wert als
Freizeitstandort erhöhen und für ein bestimmtes Klientel attraktiv machen soll; nun soll es ein
öffentlicher Golfplatz werden. Die CDU betont zwar, dass ein Investor dieses Konzept
finanzieren soll - jedoch wäre auch ein Golfplatz, der durch eine Stadt im Schuldensumpf
verwirklicht werden soll, eine Idee, die nicht nur Kopfschütteln ausgelöst hätte.
Die rigiden Maßnahmen, die für die kommenden Jahre zur Konsolidierung des Haushaltes
beschlossen wurden, kommen gerade in voller Härte bei den Bürgern an. In einer Stadt, wo die
Zuschüsse für Spiel- und Bolzplätze gekürzt bzw. ganz abgeschafft werden, Schwimm- und
Freibäder dem Sparkurs zum Opfer fallen, wo Kindergärten und – tagesstätten geschlossen
werden, wo Sportvereine durch die Hallengebühr belastet werden und sozial Schwache, Familien
mit Kindern und viele andere Bürgerinnen und Bürger sich viele Dinge aufgrund der gestiegenen
Eintrittspreise für bspw. Schwimmbäder und Museen nicht mehr leisten können, fehlt eine
politische Führung, die eben für diese immer größer werdende Gruppe ein offenes Ohr hat und
sich für deren Belange einsetzt.
Eine Partei, die sich besonders in diesen Zeiten für ein Projekt einsetzt, das eher einer besser
verdienenden Minderheit zugute kommt, lässt nicht nur Zweifel aufkommen, ob sich diese Partei
der tatsächlichen und drängenden Probleme der Bürgerinnen und Bürger bewusst ist. Sie erweckt
zwangsläufig auch den Eindruck, eine „Klientel“-Partei zu sein, die lediglich „Lobby“ – Politik
betreibt.

PM vom 28.04.09, Heinz Bender, Fraktionsvorsitzender